Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Akupunktur im Aufwind
Die Bedeutung der Akupunktur in der Schmerzbehandlung nimmt deutlich zu. 13.06.2017

In der Schmerzbehandlung werden die Bedenken gegen Opiate größer. In der Konsequenz suchen Mediziner Alternativen, um chronische Schmerzen zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund nehmen komplementäre Therapien an Bedeutung zu. So auch die Akupunktur. Obwohl Studien den Effekt der Akupunktur auf Schmerzlinderung belegen, war die Behandlung lange umstritten, da der Wirkmechanismus nicht bekannt ist.

Diese Abwehrhaltung scheint sich nun zu legen. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) empfiehlt Ärzten ausdrücklich das Wissen über Komplementärtherapien zu erweitern. In der sogenannten "Education Blueprint for Health Care Providers Involved in the Management or Support of Patients with Pain" weist die FDA daraufhin, dass in der Schmerzbehandlung nicht nur Opioide zur Verfügung stehen, sondern auch psychologische, chirurgische, komplementäre und physikalisch-rehabilitierende Ansätze.

Wissenschaftler im Vereinigten Königreich und den USA kamen ebenfalls zu der Erkenntnis "Akupunktur hat nicht nur einen Placeboeffekt". Sie untersuchten die Ergebnisse von 29 Studien mit 18.000 Patienten. Diese klagten unter chronischen Schmerzen des Nackens, unteren Rückens, Kopfes oder Knie. Akupunktur als ergänzende Therapie, verglichen mit der Standardversorgung, reduzierte die Anzahl von Kopfschmerz- und Migräneattacken und auch die Schwere von Schmerzen im Nacken und unterem Rücken.

Das Team überprüfte auch den Nutzen der Akupunktur bei einer Depression. Eine klinische Prüfung von 755 Patienten mit Depression ergab im Vergleich zur Effektivität einer medikamentösen Therapie, dass sowohl eine Beratung als auch Akupunktur die Schwere der Depression reduzierte.

Die Wirksamkeit von Akupunktur in der Prophylaxe von Kopfschmerzattacken ist durch Metaanalysen randomisierter kontrollierter Studien belegt. Die S1 Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie bestätigt diese Aussage hinsichtlich der Migräneprophylaxe.

Einem möglichen Wirkungsmechanismus sind Wissenschaftler nun auf der Spur. Physiologen der Universität Erlangen ermittelten bisher unbekannte durch die Schädelnähte laufende Projektionen meningealer Afferenzen in extrakranielles Gewebe wie Schädelperiost und perikranielle Muskulatur. Diese extrakraniellen Nervenenden können sowohl nozizeptive als auch propriozeptive Funktionen erfüllen und sind möglicherweise für bisher unverstandene kopfschmerzfordernde Effekte extrakranieller Faktoren verantwortlich.

Daniela Driefert / physio.de

Quellen:
Acupuncture for Chronic Pain, Andrew J. Vickers, DPhil, Klaus Linde
Acupuncture for chronic pain and depression in primary care: a programme of research, MacPherson H, Vickers A, Bland M, Torgerson D, Corbett M, Spackman E, Saramag oP, Woods B, Weatherly H, Sculpher M, Manca A, Richmond S, Hopton A, Eldred J & Watt I.



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