Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Der Schmerz der Frühchen
Entwicklung eines Überwachungssystems bei Neugeborenen ist geplant. 17.09.2015

An der TU Berlin soll eine dehnbare Elektronik zur Messung wichtiger Vitaldaten von Babys entwickelt werden. Besondere Aufmerksamkeit bekommt dabei die stressbedingte Schmerzmessung, die bisher nicht möglich ist. Das hat eventuell zur Folge, dass subjektive Einschätzungen betreuender Pflegekräfte zu falscher Medikation führen.

9,2 Prozent aller Kinder werden in Deutschland zu früh geboren. Diese Kinder müssen in den meisten Fällen intensivmedizinisch versorgt und unter ständige Beobachtung gestellt werden. Dabei wurde der Faktor Schmerz bisher unterschätzt. Die Kooperation der TU Berlin mit mehreren Partnern, darunter die Software-Entwicklung G.punkt medical services, die Videoüberwachungsentwickler X-SPEX GmbH, die Humboldt-Universität Berlin und die Georg-August-Universität Göttingen, will sich dieser Herausforderung stellen. Das Projekt NEOMON (Multiparametersystem für das Schmerzmonitoring bei Neugeborenen) wird unterstützt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Ziel ist ein routinetaugliches Überwachungssystem, das auch zu Hause einsetzbar ist. Neu an dem Vorhaben ist, dass neben heute üblichen Messungen der Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz weitere Parameter wie Temperatur, Atemfrequenz, Hautwiderstand und Muskeltonus erfasst werden. Um diese Ziele zu erreichen, wollen die Entwickler eine kamerabasierte Auswertung von Gesichtsmerkmalen und der Lageveränderungen des Säuglings einsetzen. Außerdem planen sie eine nichtinvasive Messung der Vitaldaten mittels dehnbarer Sensorpflaster.
Die große Herausforderung sehen die Beteiligten in der sehr kleinen Auflagefläche, also für Frühchen miniaturisierte Lösungen zu finden. Später sollen die Ergebnisse auch für andere Bereiche wie die medizinische Betreuung von Erwachsenen angewendet werden.


Ul.Ma / physio.de



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