Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Technologie und Pflege
Roboter, Mikrosensoren und Bewegungsmelder - Big Brother im Dienste der Pflege. 14.04.2010

Die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts in Deutschland wird die Überalterung der Gesellschaft darstellen. Technologien werden entwickelt und getestet, um dem Pflegenotstand entgegenzutreten und den Senioren möglichst lange ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. Noch soll die Technik die Pflegenden unterstützen und kein billiger Ersatz für ausgebildete Kräfte sein.

Eines der großen Projekte, unterstützt und erforscht vom Fraunhofer Institut, ist die intelligente Wohnung,(ambient assisted living, AAL), vorgestellt auf der CeBIT. Sensoren in Fußböden überwachen jede Bewegung und leiten großflächigen Druck, der auf einen Sturz hinweisen könnte, sofort per SMS an Betreuer oder Hilfsdienste weiter. Sogar Pfützen können identifiziert werden und auf eine Rutschgefahr hinweisen. Ein Herd schaltet sich nach zwei Stunden von alleine aus. Speziell für Demenzkranke ein Gewinn.

Sensoren in den Tapeten oder im Handy schlagen Alarm, wenn sich der Wohnende seit längerer Zeit nicht mehr bewegt hat. Eine Bewegung mit der Hand schaltet den Fernseher ein. Ein Bewegungsmelder aktiviert nachts die Lampe, wenn ein Bewohner auf die Toilette geht. Eine Spracherkennung macht eine intuitive Bedienung möglich. Technik, die auf Gesten und Worte reagiert.

Bei allem Segen, den diese Technologie mit sich bringt, gibt es auch kritische Stimmen. Ein Überwachungssystem, das sich etabliert, könnte bald andere ersetzen und früher eingesetzt werden als erforderlich. Die Gefahr, keine Wahl zu haben, ob man zum gläsernen Kunden oder Patienten mutiert, steht im Raum. Und Daten sind die Handelsware Nummer eins in diesem Jahrhundert.

Dokumentationshilfe ist ein weiteres Stichwort, das in einem Duisburger Modellprojekt bereits erprobt wird. Die Dokumentationspflicht frisst viel wertvolle Zeit. Auf Flachbildschirmen im Flur können die Betreuer zum Beispiel mit einem Klick eine Leistung für mehrere Patienten, wie das Waschen, gleichzeitig markieren.

Das Institut für Automatisierungstechnik der Bremer Universität hat einen Roboter entwickelt, der beim Essen und Arbeiten hilft. Er besteht aus einem Rollstuhl, einem Roboterarm und einer Handprothese. Über Kameras, die die Umgebung erfassen, wird die Hand in die richtige Greifposition gebracht. Der Roboter ermöglicht so, ein Gericht in der Mikrowelle zu erhitzen, selbstständig zu essen und zu trinken oder die Brille aufzusetzen. Außerdem ist er individuell programmierbar.

Zu hoffen bleibt, dass die menschliche Ansprache nicht in einem Sensor hinter der Tapete verschwindet.



Klimmzug Sport und Gesundheitszentrum - Friedrichstraße 25a - 24837 Schleswig - Email: info@klimmzug.com - dev4u®-cms