Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Sportwissenschaftler entwickeln Trainingsprogramm für MS-Patienten
Vorstellung am 13. März in Saarbrücken. 04.03.2010

Der Kranke ist es, der einer Krankheit ein Gesicht gibt. Auf kaum eine Erkrankung trifft diese schlichte Wahrheit mehr zu als auf die Multiple Sklerose (MS). Die eine MS, sie gibt es nicht. Jeder Patient entwickelt ganz individuelle Ausprägungen - für Ärzte und Therapeuten eine große Herausforderung.

Am Sportwissenschaftlichen Institut der Saar-Universität wird im Rahmen eines Forschungsprojekts ein Trainingsprogramm für MS-Patienten entwickelt. Bei einer Auftaktveranstaltung wollen die Wissenschaftler ihr Projekt vorstellen und mit den Teilnehmern diskutieren.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des Instituts:

"Sehstörungen, Lähmungen und Schmerzen sind einige der Symptome, unter denen Patienten mit Multipler Sklerose (MS) leiden. Es handelt sich dabei um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die bis heute nicht geheilt werden kann. Privatdozent Dr. Christian Haas vom Sportwissenschaftlichen Institut der Saar-Uni hat herausgefunden, dass MS-Patienten durch gezieltes Training ihre Symptome lindern können. Bei der Auftaktveranstaltung stellt Dr. Haas die Trainingsmethode und ihre Effekte vor. Anschließend präsentiert er ein neues Forschungsprojekt, bei dem ein Interventionsprogramm für die Patienten untersucht wird.

Der Gang wird oft unsicher und Tätigkeiten mit den Händen schwieriger, wenn die Betroffenen unter einem so genannten Schub ihrer Krankheit leiden. "Obwohl es heute sehr gute Medikamente gibt, spielen trainingstherapeutische Ansätze in der MS-Rehabilitation eine entscheidende Rolle, um motorischen Defiziten und ihren Folgen für den Alltag entgegen zu wirken", erklärt der Sportwissenschaftler Christian Haas. Zahlreiche Studien auf dem Gebiet der Neurorehabilitation zeigen, dass sich die motorischen Leistungen von MS-Patienten durch Training tatsächlich verbessern. Die Erkrankten übten unter anderem ihre Gehfähigkeit mit sehr unterschiedlichen und ungewöhnlichen Bewegungen, beispielsweise dem Gang von Betrunkenen oder Soldaten. Auf diese Weise verbesserte sich ihre Bewegungsfähigkeit im Alltag stärker, als wenn sie nur den "normalen" Gang trainiert hätten.

In einem neuen Forschungsprojekt will Dr. Haas gemeinsam mit seinem Team neue Erkenntnisse über ein Interventionsprogramm für MS-Patienten gewinnen. Das besondere an den Interventionsmaßnahmen ist, dass die Patienten neben dem angeleiteten Training auch lernen sollen, wie sie eigenverantwortlich trainieren können. Die Wissenschaftler werden dabei den Trainingsprozess beobachten und untersuchen, wie sich die Selbstkompetenz der Teilnehmer verändert. Am Ende der Veranstaltung können sich die Besucher an einer offenen Diskussion beteiligen und Fragen zum Thema "Trainingseffekte bei Multipler Sklerose" stellen.

Die Auftaktveranstaltung soll der Beginn einer längerfristigen Zusammenarbeit der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG) und des Sportwissenschaftlichen Instituts der Saar-Uni sein. Die Veranstaltung wird vom Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz unterstützt."

Pressemitteilung Universität des Saarlandes


Auftaktveranstaltung "Trainingseffekte bei Multipler Sklerose"
Samstag, 13. März 2010, 14 Uhr
Sportwissenschaftliches Institut, Gebäude B8 2, Räume 0.21 und 0.22
66123 Saarbrücken



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