Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

MAKS aktiv gegen das Vergessen
Nichtmedikamentöse Therapie hält Demenzkranke fit. 21.03.2012

Das Universitätsklinikum Erlangen hat in Zusammenarbeit mit der Diakonie Neuendettelsau und der katholischen Fachhochschule Mainz im Zeitraum von Mai 2008 bis Februar 2010 eine kontrollierte, randomisierte Studie zu Morbus Alzheimer durchgeführt. Gefördert wurde dieses Forschungsprojekt vom Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen der Initiative "Leuchtturmprojekt Demenz".

Wofür steht MAKS aktiv?
MAKS aktiv steht für motorische, alltagspraktische, kognitive und spirituelle Aktivitätstherapie - eine ganzheitliche Ressourcenförderung für Körper, Geist und Alltag.

Die Durchführung dieses Projektes umfasste einen Zeitraum von zwölf Monaten. An sechs Tagen in der Woche wurden in fünf verschiedenen, stationären Einrichtungen für jeweils zwei Stunden siebzig Betroffene aktiv mit dem MAKS – Programm therapiert. Alle Probanden waren an einer primär degenerativen Demenz erkrankt und litten an einem Verlust von kognitiven Funktionen sowie Beeinträchtigungen des Gedächtnis. Allesamt waren jedoch in der Lage, an diesem Gruppenprojekt teilzunehmen und wurden in Zehner-Gruppen von zwei Altenpflege-Fachkräften sowie einem Helfer umfassend betreut.

Diese multimodale Therapie basiert auf vier Säulen – spiritueller Anfang, motorische Aktivierung, alltagspraktische Fähigkeiten und Kognition. Jede Therapieeinheit begann mit einer zehnminütigen spirituellen Einstimmung, um den Betroffenen eine Gruppenzugehörigkeit zu vermitteln. Der aktive Teil bestand unter anderem aus Kegeln, Bleistiftgymnastik, Gartenarbeit, Buchstabenrätsel oder das Erlernen einfacher Computerfunktionen.

Die Ergebnisse dieses Projekts sprechen für sich, denn die Wirksamkeit der Therapie konnte eindeutig belegt werden. Die vorhandenen Fähigkeiten von Kognition und Bewegung wurden für mindestens zwölf Monate stabilisiert. Die medikamentöse Therapie hingegen erzielt bisher eine sechsmonatige Verzögerung des Abbaus von kognitiven sowie alltagspraktischen Fähigkeiten.

Fazit:
MAKS aktiv stellt ein interessantes Konzept dar, welches sich auch von Physio- und Ergotherapeuten umsetzen ließe. Es handelt sich um eine ganzheitliche Therapie ohne Nebenwirkungen und verbessert zudem Stimmung und Sozialverhalten der Bewohner.

Diese positiven Ergebnisse wollen die Wissenschaftler nun in Anschlussprojekten vertiefen. Hierbei soll untersucht werden, ob die beobachtete Stabilisierung über einen längeren Zeitraum als zwölf Monate aufrecht erhalten werden kann. Daneben prüfen die Wissenschaftler die Wirksamkeit dieser Therapie im ambulanten Bereich sowie ein kombiniertes Verfahren von MAKS aktiv und der notwendigen medikamentösen Versorgung. Hierbei wird eine bestmögliche Beeinflussung des Krankheitsverlaufs erwartet.



Handbuch zur MAKS-Therapie:

Birgit Eichenseer, Elmar Gräßel:
Aktivierungstherapie für Menschen mit Demenz.
Elsevier, Urban & Fischer, 2011.
314 Seiten. 300 Abbildungen.
41,95 Euro
ISBN: 978-3-437-28020-7


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AvB / physio.de



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