Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Wohin mit den Milliardenüberschüssen der GKV?
Bundesgesundheitsminister fordert Prämien für die Kassenmitglieder. Krankenkassen wollen kein "Prämienjojo". 14.02.2012

Geld weckt Begehrlichkeiten. Wer seine Schätze nicht zusammenhält, hat bald keine mehr. Die gesetzlichen Krankenkassen sitzen auf Milliardenüberschüssen. Mit ihren monatlichen Beiträgen waren es die Versicherten, die den Geldsegen produzierten. Und die sollen auch davon profitieren, findet Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und fordert eine Beitragsrückzahlung. Andere, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) etwa, wollen die Milliarden gerne für ihre eigene Klientel nutzen.

"Wenn wirklich alle Kassen, die es sich leisten können, etwas an ihre Mitglieder zurückzahlen, dann könnten davon einige Millionen gesetzlich Versicherte profitieren", sagte der Minister der "Rheinischen Post". Nun sollten sie handeln, die Krankenkassen und ihren Mitgliedern das Geld zurückgeben. Versicherungsunternehmen mit hohen Überschüssen dürften nach den Gesetzesregeln Prämien auszahlen. "Das nutzen noch viel zu wenige Kassen", kritisierte Bahr. Dabei sei die Prämienausschüttung ein Wettbewerbsvorteil.

Unterstützend an die Seite des Gesundheitsministers stellte sich der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsbundestagsfraktion, Jens Spahn. "Viele Krankenkassen schwimmen derzeit im Geld", stellte er fest. Bis zu 60 Euro im Jahr könnten einige Kassen schon zurückzahlen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sähe das Geld bei den Krankenhäusern besser aufgehoben. DKG Hauptgeschäftsführer Georg Baum klagt: "Wenn die gesetzlichen Krankenversicherungen wegen überfüllter Kassen Beiträge an ihre Mitglieder zurückerstatten können und gleichzeitig durch gesetzlich verfügte Kürzungen in den Krankenhäusern die Kliniken dies finanzieren, dann stimmt etwas mit dem Gesundheitssystem nicht."

Ermahnungen von Seiten der Politik mag der Spitzverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) überhaupt nicht akzeptieren. Die Bundesregierung lege die Höhe des Beitragssatzes fest, über Prämien und Zusatzbeiträge jedoch entscheiden die einzelnen Kassen, betonte GKV-Sprecher Florian Lanz. Auf "nachhaltige Stabilität" müssten die Krankenkassen achten, sekundierte der Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, Jürgen Graalmann, sie dürften kein "Prämienjojo" spielen.


Peter Appuhn
physio.de



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