Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Mit Sport gegen Depressionen
Laufende Studie untersucht Wirksamkeit von Bewegungstherapie. 19.09.2012

Sportwissenschaftler aus Würzburg haben gemeinsam mit Psychiatern der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ein neues Trainingsprogramm entwickelt. "Aktiv aus dem Stimmungstief" soll Menschen ansprechen, die an einer Depression erkrankt sind. In einer laufenden Studie wollen Wissenschaftler nun die Wirksamkeit dieses Trainings testen.

Ungefähr vier Millionen Menschen leiden hierzulande an einer Depression. Sie gilt als eine Volkskrankheit. Die medikamentöse Behandlung steht neben der Psychotherapie im Vordergrund. Sport hat sich schon seit geraumer Zeit etabliert, doch es gebe noch zu wenig spezifische Sport- und Bewegungstherapien, sagt Professor Marc Ziegenbein, stellvertretender Direktor der MHH-Klinik.

Während sich in Vereinen oder Rehabilitationszentren Rückengymnastik oder Kurse für Herzpatienten etabliert haben, soll künftig nach den Vorstellungen der Forscher auch das Trainingsprogramm "Aktiv aus dem Stimmungstief" als moderates Ausdauertraining angeboten werden. "Auf dem Programm stehen beispielsweise Walking, leichtes Lauftraining und spielerische Übungen", erklärt hierzu der Sportwissenschaftler Olaf Hoos von der Uni Marburg.

Psychiatrische Kliniken haben mitunter die Sporttherapie in den Therapieplan integriert, dem ambulanten Bereich fehlen jedoch entsprechende Bewegungsangebote. Hier könnte sich die Zusammenarbeit mit Sportvereinen oder physiotherapeutischen Praxen und den behandelnden Ärzten positiv auf den Therapieverlauf auswirken.

"Es ist eine richtig gute Idee, die Sportvereine ins Boot zu holen", sagt Professor Frank Schneider, Leiter des Referats Sportpsychiatrie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde zu dem Projekt. Speziell der ambulante Bereich könnte in der Nachsorge für depressiv Erkrankte von einem Rundum-Angebot profitieren. "Auch wenn die Krankheit abgeklungen scheint, steckt sie noch viele Monate später in den Knochen."

In der laufenden Studie werden 50 Teilnehmer ein Sportangebot absolvieren. Hierfür sind drei Termine in der Woche für jeweils eine Stunde angesetzt. Ziele dieses Projektes sind Verminderung der depressiven Symptome, Selbstbewusstsein und die Entwicklung eines besseren Körpergefühls. Unterstützt wird die Studie von der Robert-Enke-Stiftung.



AvB / physio.de



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