Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Kosten sparen mit Therapie
Mangelhafte Compliance ist teuer. 12.07.2012

Bluthochdruck, chronische Rückenschmerzen, Depression, Arthritis oder Asthma – diese chronischen Erkrankungen ärgern nicht nur die Patienten, sondern auch die deutsche Volkswirtschaft. Es sind vor allem die chronischen Rückenschmerzen und Depressionen, die bis zu 26 Milliarden Euro jährlich hohe Produktivitätseinbußen durch Fehlzeiten und Arbeitsunfähigkeit verursachen.

Die Bertelsmann Stiftung hat in einer Zusammenarbeit mit der internationalen Strategieberatung "Booz & Company" eine Studie zu den volkswirtschaftlichen Produktivitätsausfällen bei chronischen Erkrankungen herausgegeben. Dabei zeigte sich, dass eine individuelle Therapiebegleitung die milliardenhohen Kosten durch Produktivitätsausfälle eindämmen könnte.

Etwa 20 Milliarden Euro könnten zusätzlich erwirtschaftet werden, wenn chronisch kranke Arbeitnehmer bessere Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Erkrankung bekommen würden. Eine Steigerung der Therapietreue des Patienten sei dabei zu erwarten.

Die individuelle Therapiebegleitung sollte neben einer adäquaten Medikamenteneinnahme und Ernährungsumstellung auch eine Änderung der Lebensgewohnheiten, angepasstes Coaching oder aber Pausengestaltung und optimierte Arbeitsabläufe umfassen. Neben dem Patienten, Arzt und Arbeitgeber seien auch die Sozialversicherungen und die Politik gefragt. Diese Art der Therapiebegleitung fehle jedoch, weiß Peter Behner, Partner und Healthcare-Experte von Booz & Company, zu erklären:
"Aktuelle Angebote beschränken sich auf generische Prävention und schrittweise Wiedereingliederungspläne nach der Krankheit. Das Kernproblem ist jedoch, dass Berufswelt einerseits und therapeutischer Kontext andererseits in keinerlei Zusammenhang stehen".

Auch Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung ist überzeugt: "Patienten müssen von der Notwendigkeit einer solchen Umstellung überzeugt sein und gemeinsam mit dem Arzt die Entscheidung über die individuelle Ausgestaltung der Therapie treffen". Dazu gehört eine umfassende Patientenberatung, die Zusammenarbeit zwischen Arzt, Patient und Unternehmen und der Krankenkasse. Ebenso sollte auf Gesetzesebene mitgewirkt werden.

Um die vorhandenen Potenziale für Patienten und Volkswirtschaft zu realisieren, bedarf es dringend eines ressortübergreifenden Vorgehens der Politik in Abstimmung mit den Sozialpartnern und den relevanten Akteuren des Gesundheitswesens", erklärt Brigitte Mohn hierzu.

Die Akteure dieser Studie sind sich indes einig: Die Optimierung der Therapietreue sowie eine konzertierte Aktion von Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft könnte als Kostenhebel fungieren. Die Genesung chronisch erkrankter Arbeitnehmer sowie die strukturelle Wettbewerbsfähigkeit könnte in Deutschland entscheidend verbessert werden.


AvB / physio.de



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