Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Masse statt Klasse?
Krankenhausbehandlungen - so viel wie nie. 13.04.2013

Ob Hüfte, Herz oder Knie: Im Gegensatz zu anderen europäischen Nationen werden deutsche Patienten am häufigsten im Krankenhaus behandelt. Österreich kann mit ähnlichen Fallzahlen punkten.

Ein neuer OECD-Bericht (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zeigt die Häufigkeit der chirurgischen Eingriffe in den hiesigen Krankenhäusern deutlich: Es sind vor allem die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die neuen Hüftendoprothesen, die häufig und gerne in Deutschland stationär versorgt werden. Doch auch Eingriffe am Knie sowie die stationäre Therapie bei Krebserkrankungen scheinen die Chirurgen zu erfreuen. Neben der Häufigkeit der Krankenhausbehandlungen kritisiert der OECD- Bericht zudem die mangelnde Deckelung und schwache Kontrolle der Krankenhausfinanzierung.

Die Kosten für einen endoprothetisch-operativen Eingriff an Knie oder Hüfte (rund 12.000 Euro) lassen die Klinikkasse klingeln und füllen zudem unweigerlich auch den Geldbeutel des Operateurs. Physiotherapeutische Maßnahmen bleiben eher in der Schublade. Klinik und Ärzte verdienen an den Behandlungen kaum etwas. Die Krankenkassen hingegen stehen den Heilmittel positiv gegenüber – wirkt sich doch eine physiotherapeutische Behandlung günstiger auf das Budget der Kassen aus als die xte Operation an Hüfte und Knie.

Die AOK warnt im Zuge dieser Entwicklung vor unnötigen Operationen. "Zunehmend berichten auch Patienten über ihre Unzufriedenheit und Erfahrungen mit fragwürdigen Eingriffen", erklärte der geschäftsführende Vorstand des AOK-Bundesverbands, Uwe Deh. "Die Krankenhäuser können offensichtlich nicht mehr in jedem Fall garantieren, dass ein Eingriff ausschließlich aus medizinischen Gründen stattfindet."

Die Kliniken kritisieren hingegen den OECD-Bericht. Allen voran wirft die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) Uwe Deh vor, dass zu viel an den Leistungen der Pflegekräfte und der Ärzte in der stationären Patientenversorgung kritisiert würde. So erklärt DKG-Präsident Alfred Dänzer: "Die Krankenhausausgaben sind gemessen an den Gesundheitsausgaben in Deutschland über die Jahre konstant geblieben."

"Nach der Bundestagswahl müssen Bund und Länder zu einer grundlegenden Krankenhausreform kommen", forderte Deh. Neben der zu hohen Anzahl an Operationen weisen viele Kliniken zudem magere Behandlungserfolge vor. "Unsere Qualitätsmessungen zeigen, dass rund 20 Prozent der Kliniken schlecht abschneiden."

Doch eine positive Bilanz zeigt der OECD-Bericht trotz aller negativen Schlagzeilen: Die deutschen Krankenhäuser bieten eine bessere Versorgung als gleichartige Einrichtungen in den anderen europäischen Ländern.



AvB / physio.de



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