Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Hoffnung für Querschnittsgelähmte?
Affe steuert Avatar nur mit Gedanken. 10.03.2014

Hoffnung für Querschnittsgelähmte?
Affe steuert Avatar nur mit Gedanken.

05.03.2014 23067
Im Hollywood-Film "Avatar" wird ein von der Hüfte abwärts gelähmter US-Soldat, auf den Fantasie-Mond Pandora geschickt, um dort eine Mission zu erfüllen. Dazu schlüpft er in einen anderen, künstlich hergestellten Körper eines Einheimischen. Während er selbst die ganze Zeit in einer Maschine liegt, kann er diesen Avatar über einen Computer allein mit seinen Gedanken steuern. Alles nur Science Fiction? Sicher, aber neueste Forschungen zeigen, dass die Handlung nicht ganz so abwegig ist wie man denken könnte.

Denn Forscher um Dr. Ziv Williams von der US-amerikanischen Harvard Medical School haben es nun geschafft, die Bewegungen eines Affen mit dem Gehirn eines Artgenossen zu kontrollieren. Da sie es nicht verantworten konnten, einem Tier allein für dieses Experiment eine Lähmung zuzufügen, sedierten sie erst den einen Affen und setzten ihm 36 Elektroden ins Rückenmark ein. Ein anderer Affe bekam einen Chip ins Gehirn verpflanzt, mit dem er bis zu 100 Neuronen des Avatars überwachen konnte. Anschließend wurden beide Affen über die Elektroden und den Chip miteinander verbunden.

Die Hand des Avatars hatten die Forscher vorher auf einem Joystick platziert, mit dem sich ein Cursor bewegen ließ. Durch die Sedierung war der Avatar jedoch nicht in der Lage, Hand und Cursor in Bewegung zu setzen. Dies tat stattdessen der Master-Affe, als Elektroden und Chip miteinander verbunden waren - allein durch die Kraft seiner Gedanken und in Echtzeit: In 98 Prozent der Tests schaffte er es, den Arm seines Avatars zu bewegen. Zur Belohnung erhielt der Master-Affe anschließend einen Saft.

Das Experiment weckt allerdings Erinnerungen an andere düstere Sci-Fi-Filme und kann Angst machen. Die Forscher wollen nach eigenen Angaben aber keineswegs dafür sorgen, dass Menschen irgendwann die Handlungen anderer kontrollieren können. Mithilfe von in das Rückenmark und das Gehirn implantierten Mikrochips sollen Querschnittsgelähmte vielmehr irgendwann ihre Bewegungen selbst wieder steuern können.

Noch ist dies jedoch eine Zukunftsvision, denn menschliche Bewegungen sind sehr komplexe Vorgänge. Einen Cursor rauf- und wieder runterzubewegen ist etwas völlig anderes als etwa aus einer Tasse zu trinken. Derart feinmotorische Übungen erfordern noch viel weitere Forschung, sagen die Wissenschaftler.


SH / physio.de



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