Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Dickes Problem bei Kindern und Jugendlichen
Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) warnt: Übergewicht nimmt ungebremst zu. 27.04.2015

Fünf Kilogramm mehr als ihre Altersgenossen vor dreißig Jahren wiegen die Kinder heute im Schnitt in den USA - und das Problem ist keineswegs auf die vereinigten Staaten beschränkt. Weltweit ist Fettleibigkeit eines der hartnäckigsten Probleme vieler Länder - selbst in Ländern, in denen viele Kinder unterernährt sind. Das stellt ein internationales Team von Wissenschaftlern in einer Serie von Studien fest, die nun im britischen Medizinjournal "The Lancet" veröffentlicht wurden.

Dabei hat Mexiko den ersten Platz eingenommen, wenn es um die Zahl der Übergewichtigen im Land geht und damit die USA auf Platz zwei verwiesen. Das Forscherteam um Body Swinburn von der University of Auckland (Neuseeland) wertete in einer ihrer Arbeiten Ergebnisse von Studien aus, die zwischen 1972 und 2012 veröffentlicht wurden. Das brachte hervor, dass zwar in Ländern mit geringen bis mittleren Einkommen wie Indien, Mexiko oder Südafrika immer noch ein Teil unter Fünfjährigen unterentwickelt und unterernährt ist. Das aber gleichzeitig ein anderer Teil ungebremst fettleibig ist. In Brasilien zum Beispiel stieg die Zahl der adipösen Kinder von etwa sieben auf 25 Prozent.

Im Wettrennen um mehr Verzehr von Obst und Gemüse, der auch Zuwächse vermeldet, sind die ungesunden Produkte klarer Sieger. Wer davon profitiert, ist allen klar: Die Nahrungsmittelindustrie. "Dicke Kinder sind eine Investition für künftige Umsätze", sagt Co-Autor Tim Lobstein von der World Obesity Federation in London. Verarbeitetes Fleisch und gesüßte Getränke sind ganz oben auf der Liste der ungesunden Ernährung. Am schlechtesten ernährten sich die wohlhabenden Länder wie USA, Kanada und Westeuropa.

50 Prozent der deutschen Erwachsenen leiden an Übergewicht. Zwischen 1999 bis 2013 gab es einen Zuwachs von vier Prozent. Laut einer Erhebung in der sogenannten Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KIGGS) von 2003 bis 2006 galten 15 Prozent der Sieben- bis Zehnjährigen als übergewichtig. Bei den 14- bis 17-Jährigen waren es sogar 17 Prozent.

Ein offener Brief von der DAG ging November 2014 an die Weltgesundheitsorganisation. Darin warnte die Gesellschaft, das Problem zu unterschätzen. Auf Freiwilligkeit bei den Maßnahmen zu setzen, sei nicht zielführend gewesen. Auch die Wissenschaftler der neusten Ergebnisse fordern neue Ernährungsrichtlinien. Marketingpraktiken der Unternehmen müssten sich ändern, um den Kindern Ernährungssicherheit und gesunde Angebote zu bieten. Die Regierungen der Länder müssten außerdem stärker in Adipositas-Kampf miteinbezogen werden. Die Adipositas-Epidemie muss gestoppt werden.


Ul.Ma / physio.de



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