Praxis für Logopädie - Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

Die Einflüsse von positiv geprägtem Placebo auf die Therapie
Studie über die Bedeutung von Erwartungshaltungen an die therapeutischen Effekte von Plazebomanipulationen versus tatsächlicher Manualtherapie. 20.01.2015

110 Patienten mit chronischen Kreuzschmerzen nahmen an einer Studie teil, bei der sie die Wirksamkeit ihrer jeweiligen Behandlung beurteilen sollten. Im "Journal of Pain" wurde über diese Untersuchung berichtet. Die Fragestellung nach der Erwartungshaltung und dem Therapieergebnis stand im Vordergrund.

Die Teilnehmer wurden in vier Gruppen eingeteilt. Die erste erhielt dabei eine tatsächliche manualtherapeutische Manipulation, die zweite eine Pseudomanipulation. Die dritte Gruppe wurde ebenfalls pseudomanipulatorisch behandelt, aber mit dem Hinweis, dass dieser Maßnahme eine schmerzreduzierende Wirkung zugeschrieben wird. Die vierte Gruppe bekam gar keine Anwendung. Die Messmethoden bestanden aus klinischen Ergebnismessungen wie Schmerzintensität, psychologischem Fragebogen und der Bestimmung der Schmerzempfindlichkeit für mechanische Hitzereize. Außerdem untersuchte man die erwarteten Therapieeffekte der Teilnehmer hinsichtlich Veränderungen des Kreuzschmerzes und die Patientenzufriedenheit mit der Therapie.

Sechs Mal in zwei Wochen fand die zugeordnete Behandlung statt. Alle vier Gruppen gaben ohne signifikante Unterschiede eine Reduktion der Schmerzen und der Einschränkungen an. Die Angaben aber über die vermutete therapeutische Anwendung waren unterschiedlich. Nur 6 von 27 Patienten in der Gruppe mit positiv geprägtem Placebo gaben an, ein Placebo erhalten zu haben. Die Erwartungshaltung bezüglich des Therapieerfolges lag deutlich höher, als bei der reinen Plazebogruppe. Die geringsten Erfolgshoffnungen fanden sich bei der "unbehandelten" Kontrollgruppe. Hier rechnete ein Patient mit einer Schmerzverstärkung, 3 mit einer Schmerzminderung und 24 mit keiner Veränderung.

Patienten in der Gruppe mit positiv geprägtem Placebo antworteten auf die Frage, ob sie die Behandlung wieder erhalten wollten, signifikant häufiger mit "wahrscheinlich" oder "ja" als alle anderen Patienten. Im Vergleich mit unbehandelten Patienten oder reinen Plazebopatienten beurteilten sie signifikant häufiger die Therapie als "gut" bis "ausgezeichnet". Keinen Einfluss allerdings hatte die Erwartungshaltung auf die tatsächlichen klinischen Ergebnisse wie Schmerzintensität und Ausmaß der Behinderung.

Die Ergebnisse dieser Studie und früherer Untersuchungen werden als notwendig erachtet, um spezifische Therapieeffekte manualtherapeutischer Maßnahmen zu erfassen. Die Placebomaßnahmen müssen in einer kontrollierten Studie glaubwürdig erlebt und mit der gleichen positiven verbalen und nonverbalen Kommunikationshaltung eingesetzt werden.


Ul.Ma / physio.de



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